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Raus aus dem Unterricht – rein in die Aula |
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ALTDORF - Bildungsstreik auch am Leibniz-Gymnasium in Altdorf: Ein 20-köpfiges Organisationsteam von Schülern und Schülerinnen verschiedener Klassen und Altersstufen hat gestern den Lehrerparkplatz blockiert, Transparente aufgehängt und Flyer verteilt. Raus aus dem Unterricht, rein in die Aula – so die Forderung der Organisatoren, die sich mit ihren Aktionen an die Seite der europaweit demonstrierenden Studenten stellten. Ziele der Demonstranten sind unter anderem gerechtere Bildungschancen, mehr Mitbestimmung und weniger Zeit- und Leistungsdruck. Rund 250 junge Leute haben sich gestern am Leibniz an den Aktionen beteiligt – so die Schätzungen der Schulleitung. Von bis zu 500 Teilnehmern sprechen dagegen die Organisatoren. «Die Demo ist zwar laut Mitteilung des Kultusministeriums illegal, wir tolerieren sie aber», so Dr. Helmut Martin, der stellvertretende Schulleiter am Leibniz-Gymnasium. In Gesprächen mit den Organisatoren der Aktionen einigte man sich darauf, in der ersten Stunde die Aula zur Verfügung zu stellen, dort konnten die Demonstranten ihre Anliegen artikulieren. Die Atmosphäre in der Schulaula war anschließend fröhlich und entspannt, Schüler saßen auf dem Boden oder auf einer improvisierten Bühne und tauschten sich aus. Währenddessen lief der Unterricht in den Klassen ohne Beeinträchtigung für all die Leibniz-Schüler weiter, die sich nicht an der Demo beteiligten. Wer gestern an den Aktionen in der Aula teilnahm und deswegen eine Schulaufgabe versäumte, muss freilich mit negativen Konsequenzen rechnen, stellte Martin fest. Für den stellvertretenden Direktor begann der Streiktag mit einer überraschenden Begegnung mit Demonstranten um 6.40 Uhr auf dem Lehrerparkplatz. Den hatten die Jugendlichen mit einem Vorhängeschloss versperrt. «Wir haben dann verhandelt, und die Schüler waren sehr vernünftig», so Martin. Schließlich verständigte man sich auf folgendes Vorgehen: Jeder mit dem Pkw ankommende Lehrer erhielt zunächst einen Handzettel der Demonstranten, den er dann lesen konnte, anschließend wurde der Parkplatz für ihn geöffnet. Das klappte reibungslos. Martin äußerte sich über die Organisatoren der Demo übrigens mit großem Respekt: Sehr kompetente Schüler seien das. Es gelang ihnen immerhin, mehrere hundert Jungen und Mädchen in die Aula zu bringen. «Ein beachtlicher Anteil der Gesamtschülerzahl», so Martin. Bis zum Mittag konnten die Organisatoren so auch eine positive Bilanz ihrer Aktion ziehen. Im Laufe des Vormittags traf eine Delegation der besetzten Hochschulen in Erlangen und Nürnberg bei den Schülern im Leibniz ein und erklärte solidarischen Beistand. Der Nürnberger Stadtschülersprecher Jan Fricke, DGB Regionsvorstandsmitglied Gernot Hammer und ver.di-Gewerkschaftssekretär Florian Pollok sprachen den Altdorfern ihre Anerkennung aus. Fest steht für Organisatoren der Aktionen am Leibniz jedenfalls: «Wer nichts macht, bleibt dumm», wie es auch auf dem in der Schule verteilten Flyer heißt.
Alex Blinten |
| 20.11.2009 14:15 MEZ |
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